"La Torba"

DIE ZITADELLE VON FUSIO
Eine Zukunft, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Zweitwohnungen, Rusticos, Bergwirtschaft, Landschaftsschutz, Förderung des Tourismus und vieles mehr: es gibt viele Faktoren, die nach der Volksabstimmung vom vorigen 11. März noch einmal überdacht und neu beurteilt werden müssen. Die Initiative von Franz Weber hat den operativen Rahmen festgelegt, innerhalb welchem man sich bewegen kann, indem ein Stopp des Neubaus von Zweitwohnungen in jenen Gemeinden verordnet wurde, welche die Grenze von 20% bereits überschritten haben.

In diesen Monaten wurde viel diskutiert und man diskutiert immer noch weiter über mögliche Ausnahmen und Abweichungen, über Häuser, wie die Tessiner Rusticos und die Walliser Berghütten (“mayens”), die einen besonderen oder traditionsreichen Wert haben und die als eine Angelegenheit für sich betrachtet werden sollten. Viele Aspekte, sind also zu berücksichtigen, wie es nach einem Volksentscheid eigentlich üblich ist. Die Dörfer in unseren Tälern sind reich an Gebäuden, welche von einer ländlichen Kultur bezeugen, deren Ausdruck sie sind. Einst waren diese Dörfer bewohnt, da es trotz der Auswanderung hier Leben gab und man erhielt es aufrecht. Einige dieser Bauten sind verfallen, weil der Zahn der Zeit an ihnen genagt hat, während andere von ihnen dank gezielter Sanierung gerettet werden konnten. Sie zeugen von Spuren einer alten Kultur, von einer Lebensweise und einer Welt, die ausgestorben sind, weil die moderne Zeit uns durch das Bestreben vieler Leute nach Komfort, einem verständlichen Bedürfnis, verändert hat. Die Häuser und die Rusticos der vergangenen Generationen sind nun zu Zweitwohnungen geworden: sie sollen jedoch auf jeden Fall und mit allen Mitteln weiterleben, auch als Zeichen einer Identität, die unbedingt geschützt und weitergegeben werden muß.

Diese Perspektive gilt für das ganze Gebiet, weil wir nicht nur unsere Vergangenheit sind, sondern auch das, was unsere Vorfahren gewesen sind.
Unser Ziel soll daher sein, diese Dorfviertel und diese Häuser aufrechtzuerhalten, sie so gut wie möglich aufzuwerten, sie so zu nutzen, daß die Entwicklung mit Respekt vor dem Gebiet und ohne weitere Opfer oder Beschädigungen stattfinden kann und im Gegenteil das Bestehende schützt. Wir haben ein großes Erbe: anstatt zu denken, es durch oft fragwürdige bauliche Eingriffe, die rein spekulativer Natur sind, zu vergrößern, müssten wir uns eher bemühen, das, was wir haben, zu schützen. Zu dieser Perspektive gehört zum Beispiel das Projekt, dem Dorfkern von Oréi, einem kleinen aber bedeutsamen Dorfteil von Fusio im Lavizzaratal, ein neues Leben und eine Zukunft zu geben. Das ist ein Stück unserer Geschichte und, trotz des Bruches der Emigration, unserer leidenschaftlichen Verbundenheit mit unseren Wurzeln. Viele Stimmen vereinen sich hier: die Natur, eine harmonische Umwelt, das Wachrufen eines vergangenen Lebens, eine Architektur, die nüchtern, aber auch auf das Neue und auf die Gewähltheit gerichtet ist: eine Ikone einer vergangenen Zeit, die sich auch mit der Moderne vereinen lässt.

Es liegt an uns, eine geeignete und angemessene Lösung zu finden, die Respekt und Ausgewogenheit, Sehnsucht nach der Identität, Dynamismus und Designstandards in Einklang bringt: kurzum der Aufschwung einer möglichen und vertretbaren Hoffnung. Wenn es uns gelingt, dieser Verpflichtung Gestalt zu geben, dann werden wir einen großen Schritt vorwärts in unsere Zukunft getan haben.

Beilagen

- La Cittadella di Fusio – Un futuro che interpreti il passato e il presente (.pdf)

Giovan Luigi Dazio
Architetto

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